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Siegerinterview

Im Gespräch mit Markus Widmer - B2Mission 2020 Sieger

Eine unglaubliche Leistung erbrachte der B2Mission Einzelwertungssieger Markus Widmer während den 30 Tagen B2Mission, wo er pro Tag im Schnitt über 30KM und insgesamt über 1000KM zurücklegte. Was war die Motivation und was braucht es für eine solche Leistung? Das B2Mission-Team hat bei Markus nachgefragt.

Lieber Markus, zuerst einmal herzliche Gratulation zu dieser herausragenden Leistung! Nicht nur wir, sondern auch einige Teilnehmende haben sich gefragt, wie schafft man über 30KM pro Tag zurückzulegen und gleichzeitig noch arbeitstätig zu sein?
Markus: Ich glaube, das Stichwort hier ist sicherlich Kurzarbeit und flexible Blockzeiten. Im September habe ich zu 70% gearbeitet, was mir sicherlich etwas zusätzlich Zeit für das Absolvieren von Kilometern gebracht hat. Zudem haben wir bei der Spühl GmbH ein äusserst flexibles Blockzeitreglement. Daher war es kein Problem, bei Bedarf, morgens um 4 oder 5 Uhr einen Lauf bis 08:30 Uhr zu unternehmen und dennoch pünktlich bei der Arbeit zu erscheinen. Es war aber auch möglich bereits um 11 oder 12 Uhr nach Hause zu gehen und weitere Kilometer zu sammeln. Die Tageszeit und das Wetter waren für mich jedoch nebensächlich - wie man auf dem Foto sieht, welches in der Nacht bei 5° und strömendem Regen aufgenommen wurde.

Das hört sich an, als würde es für das Zurücklegen von über 1000KM zu Fuss lediglich ein reduziertes Arbeitspensum brauchen. Es braucht jedoch sicherlich noch einige andere Voraussetzungen, oder?
Markus: Nun es gibt sicherlich die physische und die psychische Komponente. Ich persönlich sehe den mentalen Willen bei B2Mission als wichtiger, als die körperliche Fitness. Ich bin ein Mensch, der seit klein auf den Vergleich mit anderen Personen in Bezug auf Sport sucht und liebt. Die Möglichkeit sich mit anderen zu messen, über sich hinaus zu wachsen und nicht aufzugeben spornt mich an. Klar benötigt man einen Körper, der eine solche Distanz mitmacht. Aber nicht in Versuchung zu kommen nachzulassen und konstant weiter zu machen, um die Konkurrenz zu distanzieren, benötigt hauptsächlich mentale Stärke. Ich bin nicht der Marathonläufer oder Triathlet, der sich diese Distanzen gewohnt ist. Ich bin eher auf dem Weg zurück zum Sport, da mich vor einigen Jahren ein gesundheitlicher Vorfall stark zurückgeworfen hat. Ich habe daher immer noch Berührungsängste mit dem Laufsport. Das zeigt vielleicht auf, wie sehr mir die mentale Stärke während B2Mission geholfen hat.

Das hört sich alles sehr nach Taktik und geplantem Vorgehen an. Was war Deine Strategie während B2Mission?
Markus: Zu Beginn habe ich nie auf das Leaderboard geschaut. Ich wollte eigentlich klein anfangen. Mit der Zeit habe ich dann doch drauf geschaut und gemerkt, dass ich eigentlich vorne dabei bin. Ab diesem Punkt war die Konstanz wichtig und ich habe gemerkt, dass, auch wenn meine Konkurrenten viele Kilometer zurückgelegt haben, sie mit der Zeit nicht mehr derart konsequent dabei waren. So konnte ich nach und nach weitere Konkurrenten zurücklassen. Zudem habe ich bei meinen Läufen einen Teil rennend und den Hauptteil laufend absolviert, um mich langsam für die Challenges am Ende vorzubereiten. Die Challenges habe ich bewusst am Ende gemacht, um optimal auf meine Gegner reagieren zu können. Meine Hauptkonkurrenten haben zu diesem Zeitpunkt ihre vier Challenges bereits alle gemacht und somit hatte ich die Sicherheit, meinen Vorsprung auch in den letzten drei Tagen sicher verteidigen zu können. Am Schluss wollte ich dann noch mit meiner Leistung der Crew «Spühl 1» auf Platz eins in der Crew-Wertung helfen, was mir dank der guten Unterstützung der anderen Spühl 1 Member auch gelang. In diesen Momenten schwingt dann natürlich auch der Teamgedanke mit.

Da die B2Mission bereits einige Tage zurückliegt; was sind die Punkte, welche Du aus dieser ersten Durchführung von B2Mission mitnimmst?
Markus: B2Mission hat mir aufgezeigt, dass Sport für mich ein wichtiger Ausgleich ist. Dies habe ich in den letzten Jahren etwas vernachlässigt und wird nun wieder ein fixer Bestandteil sein. Wenn auch nicht ganz 30km / Tag. (lacht) Des Weiteren habe ich die schöne Landschaft in meiner Wohnregion besser kennengelernt und viele schöne Orte entdeckt. Unter anderem auch durch die Challenges. Es hat Spass gemacht, ich behalten diesen Monat in guter Erinnerung. Meine Erkenntnisse aus der ersten B2Mission sind zudem:

  1. Gebe dich nicht auf - durch Bewegung wird deine körperliche Fitness besser und die Psyche stärker.
  2. Mache kontinuierlich Sport für den persönlichen Ausgleich neben der Arbeit
  3. Es ist nie zu spät, um mit etwas zu beginnen. Man muss es nur machen wollen.
Einige Impressionen von den täglichen / nächtlichen Läufen von Markus

Abb.: Einige Impressionen von den täglichen Aktivitäten von Markus